Folge mir nach

Von Judith Klein

Als Kind wollte ich Schriftstellerin werden. Da das aber in meinen Augen kein greifbarer Beruf war und ich keine Ahnung hatte, wie man das anstellte, wurde ich Pädagogin. Trotzdem wollte ich zumindest irgendwann einmal ein Buch mit Andachten schreiben, weil mir das für die Jungschar so viel Spaß machte. Irgendwo in mir drin schlummerte dieser Gedanke lange weiter und vor etwa vier Jahren habe ich dann einen Blog gestartet (krakelee.net). Quasi ein digitales Buch. Immerhin.

Anruf von Unbekannt

Letztes Jahr kam ich aus dem Urlaub und hatte auf meinem Diensthandy eine Mailboxnachricht, von einer mir unbekannten Nummer. Ich habe mir sie angehört, aber vor lauter Rauschen konnte ich nichts verstehen. Ich rief etwas aufgeregt zurück. Am anderen Ende stellte sich Sebastian Wickel vor. Er hatte die Nummer von meiner Kollegin bekommen und erzählte mir von einem Buchprojekt, das er gemeinsam mit Lydia Rieß hat: 365 Andachten über Worte, die Jesus gesagt hatte von verschiedensten Personen geschrieben. Gerade sei er auf Verlagssuche und auf der Suche nach Mitautor:innen. Mein Herz schlug schneller und ich hatte ein Kribbeln in der Nase.

Alles passt

Ich sagte zu. Ohne Zeit zum Überlegen, ohne schlechtes Gewissen meiner anderen Aufgaben gegenüber. Dabei hatte ich Tränen in den Augen. Ich fühlte mich so beschenkt. Als ob Gott durch Sebastian zu mir gesagt hätte: „Ich kenne deine Träume, tief in deinem Herzen. Ich traue dir was zu. Du darfst das. Schau nur, geh weiter und vertraue mir, dass ich Gutes mit dir und dem, was du hast und bist, im Sinn habe.“ Der Zeitpunkt war perfekt: Abgabe der Andachten sollte im September sein, ich hätte noch fünf Wochen Zeit. Ich wusste: Das könnte ich, denn mein Studium sollte erst im Oktober starten und auf der Arbeit war auch nicht so viel los.

Zeit mit Gott

Das Schreiben der Andachten war für mich wie eine Verabredung mit Gott. Es ließ mich auftanken, genauer auf seine Worte hören und auf deren Bedeutung für mein Leben. Ich fragte mich und ihn, was diese Worte auch für andere bedeuten würden. Danach war ich nicht ausgelaugt oder müde, sondern fühlte mich gestärkt und mit mehr Energie erfüllt.

Treffen

Im Frühling trafen wir uns dann mit einigen der Autor:innen in Marburg beim Francke Verlag. Dort bekamen wir eine Führung der Leiterin, Anne-Ruth Meiß. Sie erzählte von Höhen und Tiefen, davon, wie Gott sie geführt und beschenkt hatte und von aktuellen Herausforderungen. Auch diese Begegnung bestärkte mich, wo es auf meiner Arbeit gerade ebenso Herausforderungen gab. Mich ermutigte die Perspektive: Das alles ist Gottes Werk. An ihn kann ich mich wenden, auch wenn es Schwierigkeiten gibt. Ich kann ihm die Last abgeben, in dem Wissen, dass er sein Werk schon auf die Weise weiterführen wird, wie er es möchte und meinen Beitrag dazu leisten – nicht mehr und nicht weniger.

Post

Im August hielten wir es dann in den Händen: „Folge mir nach. Mit 365 JesusWorten durch das Jahr“, herausgegeben von Sebastian Wickel und Lydia Rieß. Gott sei Dank, wie schön. Ich habe mittlerweile einige Andachten gelesen und mir gefällt die bunte Mischung an Stilen und Hintergründen der einzelnen Autor:innen. Hinten gibt es ein Bibelstellenverzeichnis. Dadurch kann man es nicht nur als Andachtsbuch für ein Jahr verwenden, sondern auch, wenn man Inspiration für eine Andacht z.B. für eine Gruppe sucht.

„Folge mir nach“, sagt Jesus zu mir. Er sagt es auch zu dir. Ich will. Und du?

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