Kennst du die Geschichte von Gideon aus Richter 7? Mehrmals musste ich in den letzten zwei Jahren an sie denken. Gideon sollte das Heer verkleinern, damit Israel nicht nachher sagt: „Meine Hand hat mich gerettet“ (Richter 7,2).
Ich glaube: Gott hat mich und uns (als verbleibende Menschen im Kreaktiv) an dem Punkt, wo keiner mehr sagt: „Wie gut wir doch sind mit unserem Flutlicht, dem ChancenViertel oder auch 72.jüngerschaft.“ Jetzt bin ich – und ich glaube auch wir – eher bei Mose angelangt, der sprach: „Wenn nicht dein Angesicht vorangeht, so führe uns nicht von hier hinauf“ (Exodus 33,15).
Als Kreisjugendpastor war Kreaktiv für mich mental die Basis meine Arbeitsweise zu denken. Hier sind Menschen, die sich KREisjugendAKTIV auf die Fahne schreiben. Hier ist ein Trägerverein, der vernetzte Jugendarbeit sucht und Dinge auf die Beine stellen kann, die eine Ortsgemeinde alleine nicht hinbekommt. Doch in den letzten 18 Monaten merkte ich, wie mich vereinsinterne Abläufe mehr einbinden als das, wofür ich als Kreisjugendpastor berufen bin: Junge Menschen zu Jüngern und Jüngerinnen zu machen und Jugendarbeiten unserer Gemeinden helfen genau das zu tun. Diese Frage verbirgt sich hinter Sandras Formulierung im letzten Artikel, das ich „andere Schwerpunkte in der Arbeit setze“. Flapsig formulierte ich mitunter: „Ich bin nicht angestellt, um einen Verein am Laufen zu halten.“ Und offen gesprochen: Ich sehe Sinn darin als Kreisjugendpastor weiter mit Kreaktiv e.V. unterwegs zu sein – und hätte auch Lust dazu. Nur, wo keine oder ganz wenig Menschen mit Einsatz, da kein Verein(t).
Anstelle dir, nun meine Gedanken zu erzählen, wie ich gedenke, künftig zu agieren, ist meine Frage und Bitte: „Betest du mit?“ Wir sind im Dillwesterwald in einer privilegierten Situation. Wir sind nicht nur auf relativ engem Raum mit unseren 35 Gemeinden platziert. Hier wohnen reichlich junge Menschen unmittelbar vor unserer Tür und ihr „leiser Schrei“ nach Sinn, Sicherheit und der Sehnsucht nach ZukunftsMut ist (unüber-)hörbar.
Daher ist für mich nicht zuerst die Frage nach der Zukunft des Vereins relevant.
Vereine mögen ein Ende finden. Seine Sendung an uns jedoch nicht.
Was meine ich damit? Ob Kreaktiv eine Zukunft hat, ist nicht zweitrangig. Ob wir als JesusLeute Räume öffnen, wo junge Menschen ihre ewige Gegenwart bei Gott finden und ZukunftsMut entdecken, ist entscheidend.
Für letzteres kann der Verein mit den unseren mittlerweile zahlreichen Spendern und den Projekten im C4 und mit 72, durch welche junge Menschen in den letzten Jahren nachhaltig geprägt wurden, ein dienlicher Raum sein. Er kann…
Um die Zukunft des Einen (Vereins) herauszufinden und die Zukunft der Vielen (jungen Menschen) Gott ans Herz zu legen, wollen wir (und tun es schon länger) – mit allen, die wollen – beten.
Noch dazu kommt: Nüchtern betrachtet kann ich als Kreisjugendpastor nicht anders als den StatusQuo unserer Gemeindelandschaft zu challengen. Er ist es doch bereits.
- Schon die Statistik zeigt, dass in unseren 35 Gemeinden zu wenige Jugendarbeiten am Start sind, die junge Menschen in das Leben mit Jesus und ihre Sendung in seiner Bewegung führen.
- Die andere Frage ist, wie Gemeinden reagieren, wenn wirklich junge Menschen in ihre Gemeinde kommen und am Ende noch etwas ändern wollten…
Daher frage ich nach deinem Mitbeten. Hier geht’s nicht um Generationenpolitik oder Vereinszukunft. Es geht um die Frage: „Wo will Gott, unser Vater im Himmel, mit uns hier hin will und lassen wir uns senden?“
Den Gehenden verheißt Jesus seine Gegenwart. Bleiben wir unterwegs?
Herzliche Einladung zum Mitbeten
- bei unseren monatlichen Gebetsabenden der LichtQuelle (www.kreaktiv-online.de/LichtQuelle)
- und bei der „LichtQuelle extended“ am 05.09. um 16:00 Uhr
- jeweils in der Selig.bar (Stadionstraße 2a, 35684 Dillenburg).
Ich denke, es liegen weiterhin ein paar Verheißungen im Wort Gottes, an die es anzuknüpfen lohnt.
Mit liebem Gruß,
euer Sebastian
