Als ich im Oktober 2024 die Aufgabe als Kassiererin übernahm, hatte ich gerade meine Arbeit im Teenkreis der FeG Frohnhausen beendet. Ich freute mich auf diese neue Herausforderung in „einem Glaubenswerk“.
Doch meine Motivation wurde schnell auf die Probe gestellt. Die Stelle der Kassiererin war eine Zeit lang unbesetzt. Viele Abläufe waren unklar. Für mich bedeutete das eine mühsame Suche nach Informationen und unzählige Stunden Arbeit. Obwohl ich Fingerzeige Gottes erkennen konnte, war der Start anstrengend. Ich fragte mich oft: „Habe ich mir so meine Mitarbeit bei Kreaktiv vorgestellt?“ Mein Plan war in junge Menschen zu investieren und nicht hauptsächlich am Schreibtisch zu sitzen.
Kurz darauf folgten große Veränderungen im Vorstand. Im April 2025 schied der erste Mitarbeiter aus. Im November kündigten zwei weitere Vorstandsmitglieder ihren Abschied an. Gleichzeitig wollte Sebastian neue Schwerpunkte in seiner Arbeit setzen und plante eine dreimonatige Auszeit im Ausland für das Frühjahr 2026 (Anmerkung: siehe Teil 2 des Artikels). Fast zeitgleich erfuhren wir, dass eine weitere Mitarbeiterin Mutter wird und im Frühjahr 2026 nicht mehr zur Wahl steht. Mit diesem Wissen suchten wir nach Lösungen. Wir luden ein junges Ehepaar ein, in die Vorstandsarbeit hineinzuschnuppern. Doch im Mai dieses Jahres – kurz nach Sebastians Rückkehr – folgte der nächste Schlag: Der letzte verbleibende Mitarbeiter (ausgenommen Sebastian und ich) verlässt den Vorstand wegen eines Umzugs im kommenden Oktober. Es war ein Schock, innerhalb so kurzer Zeit fast das gesamte Team zu verlieren. Ob das junge Ehepaar einsteigt, wissen wir noch nicht.
Wieder stehe ich vor der Frage: „Jesus, war das mein Part für Kreaktiv? Müssen wir den Verein, jetzt, wo wir die Verwaltung vereinfacht und gute Lösungen für Probleme gefunden haben, wegen akutem Personalmangel im Vorstand auflösen?
Was ist mit den Bestätigungen Gottes, die ich während meiner Tätigkeit immer wieder erlebt habe? Was ist mit dem „geistlichen Aufbruch“, der bei den Lichtquellen-Abenden (Anmerkung: Unsere Gebetsabende à www.kreaktiv-online.de/lichtquelle) spürbar war? Warum kommen zugleich einzelne dazu, die unsere Anliegen teilen? Alles Zufall oder Gottes Plan?
In meiner Vision von Kreaktiv sehe ich ein Ort, wo junge Leute gerne Zeit verbringen. Ein Ort, der Raum zur Entfaltung bietet und an dem man erlebt, was es bedeutet, mit Jesus unterwegs zu sein.
Doch bei allen Wünschen müssen wir realistisch bleiben: Wenn Jesus keine Menschen beruft, die diese Vision teilen, und uns Menschen sendet, die Lust haben, sich auszuprobieren und verlässlich einzubringen, wird das Projekt Kreaktiv ein Ende haben.
Mit lieben Grüßen,
eure
Sandra
